Wenn Heiligabend oder Silvester auf einen Werktag fallen, schließen die meisten Betriebe an diesen Tagen um 13/14 Uhr. Sie haben als Beispiel 3 Mitarbeiter mit unterschiedlichen Arbeitszeiten an diesen Tagen:

Andrea: 8 – 13 Uhr (5 Std.), keine Pause.
Beate: 9 – 17 Uhr (8 Std.), 1 Std. Mittagspause von 12 – 13 Uhr.
Christa: 14 – 19 Uhr (5 Std.), keine Pause.

Die Regelung, die in den meisten Betrieben angewendet wird

Heiligabend und Silvester sind Arbeitstage mit verkürzter Ladenöffnung und somit reduzierter Arbeitszeit. Die meisten Mitarbeiter sind froh, dass die Arbeitszeit um 13 Uhr endet. Ihre drei Mitarbeiter erhalten folgende Arbeitszeit:

Andrea: 8 – 13 Uhr (5 Std.), es ändert sich nichts, es sind „normale“ Arbeitstage.
Beate: Sie arbeitet verkürzt von 9 – 13 Uhr (also 4 Std.), ohne Pause.
Christa: Sie bleibt zuhause und hat an diesem Tag keine Arbeitszeit.

Für Beate und für Christa haben diese Tage Auswirkungen auf das Zeitkonto. Aber diese beiden Mitarbeiter arbeiten ja auch weniger oder gar nicht an diesen Tagen.

Einige wenige Mitarbeiter sind nicht damit einverstanden, dass die Arbeitszeit an Heiligabend und an Silvester gekürzt wird. „Dann komme ich ja wegen Heiligabend ins Minus“, heißt es ganz empört. Sie haben zwei Möglichkeiten, wenn die oben beschriebene Vorgehensweise ausscheidet:

  1. Sie lassen die Mitarbeiter, die an Heiligabend und an Silvester nicht um 13 Uhr gehen wollen, einfach arbeiten, beschäftigen sie also mit vom Arbeitsvertrag gedeckten Tätigkeiten ohne „Kundenkontakt“.
  2. Sie verschenken die Arbeitszeit nach 13 Uhr. „Wir lassen den Plan für Heiligabend/Silvester, wie an jedem anderen Arbeitstag stehen und schließen um 13 Uhr“. Sie schenken damit Beate 4 Std. (von 13 – 17 Uhr) und Christa 5 Std. (von 14 – 19 Uhr). Kein Geschenk erhält Andrea, die aber bald vorschlagen wird: „An Silvester will ich auch von 14 – 19 Uhr eingeteilt werden!“ (und natürlich zuhause bleiben).

Anmerkung: Der Arbeitgeber befindet sich rechtlich im Annahmeverzug, wenn er den Betrieb um 13 Uhr schließt und die Mitarbeiter nicht entsprechend ihrer üblichen Arbeitszeit eingesetzt werden können. Wenn der Betrieb also (ohne Inventurarbeiten oder dergleichen) geschlossen wird, haben die Mitarbeiter Anspruch darauf, dass ihnen die vereinbarten Stunden gutgeschrieben werden.