Häufige Krankmeldungen: Wie Transparenz das Gespräch erleichtern kann

Vom Zeitungsartikel zur Softwarefunktion: Wie ein Kundenimpuls mehr Transparenz bei Fehlzeiten schafft

Wieder eine Krankmeldung, wieder muss der Dienstplan angepasst werden. Für das Team bedeutet das häufig: einspringen, Aufgaben umverteilen, Engpässe auffangen. Für Führungskräfte stellt sich irgendwann die Frage: Wie sprechen wir über wiederkehrende Fehlzeiten, ohne Misstrauen zu säen? Eine nachvollziehbare Datengrundlage kann helfen, dieses sensible Thema sachlich und respektvoll anzusprechen.

Auf diesen Gedanken hat uns einer unserer Kunden, Inhaber einer Apotheke, aufmerksam gemacht. Anlass war der Beitrag im Handelsblatt „Das hilft gegen auffällig häufige Krankmeldungen im Team“ von Julia Beil im Februar 2026. Darin geht es um ein Experiment des Wissenschaftlers Timo Vogelsang: Beschäftigte einer Supermarktkette erhielten ein Schreiben mit Informationen zu ihren eigenen Fehlzeiten, einem betrieblichen Vergleichswert und Angeboten zur Gesundheitsförderung. Laut dem Beitrag gingen eintägige Krankmeldungen in der angeschriebenen Gruppe anschließend zurück.

Der untersuchte Ansatz nutzt bewusst die Orientierung am Verhalten anderer. Für uns wirft das die weiterführende Frage auf: Wie lässt sich ein solcher Vergleich im Arbeitsalltag so einsetzen, dass er Verständnis und konstruktive Gespräche unterstützt?

Im Alltag entsteht schnell ein Eindruck wie: „In letzter Zeit fehlt ständig jemand.“ Eine Auswertung kann zunächst dabei helfen, diesen Eindruck zu überprüfen. Wie viele Krankheitstage wurden tatsächlich erfasst? Wie ordnen sie sich im Verhältnis zum Firmendurchschnitt ein? Damit lässt sich ein Gespräch auf konkrete Beobachtungen stützen.

Ein Durchschnitt ist dabei nur eine Orientierung und keine Vorgabe dafür, wie oft jemand krank sein darf.

Eine höhere Zahl von Krankheitstagen sagt für sich genommen nichts über die Ursachen, die Motivation oder die Zuverlässigkeit eines Menschen aus. Auch kurze Erkrankungen sind kein Beleg für einen unberechtigten Ausfall. Zudem kommt es bei Vergleichen darauf an, welche Zeiträume und Arbeitsmodelle betrachtet werden und ob einzelne längere Erkrankungen den Durchschnitt stark beeinflussen.

Genau hier beginnt die eigentliche Führungsaufgabe: Zahlen sorgfältig einordnen, zuhören und gemeinsam nach Unterstützungsmöglichkeiten suchen. Ein Gespräch könnte beispielsweise so beginnen: „Ich möchte mit Ihnen darüber sprechen, wie es Ihnen im Arbeitsalltag geht. Gibt es Belastungen, bei denen wir Sie unterstützen können?“

Dabei können Fragen zur Arbeitsorganisation, zur Verteilung von Aufgaben oder zur Planbarkeit der Einsätze Raum bekommen. Ob tatsächlich ein Zusammenhang mit den Fehlzeiten besteht, lässt sich aus der Statistik allein nicht ablesen. Das Gespräch bietet jedoch die Möglichkeit, individuelle Bedürfnisse und mögliche Verbesserungen anzusprechen. Gleichzeitig verdienen auch die Beschäftigten Aufmerksamkeit, die Ausfälle auffangen: Wo häufen sich zusätzliche Dienste? Welche Entlastung braucht das Team?

Der neue Bericht „Krankenstatistik“ in MEP24web

Mit dem letzten Update von MEP24web haben wir dafür eine zusätzliche Auswertungsmöglichkeit in MEP24web geschaffen: Der neue Bericht „Krankenstatistik“ ermöglicht die Auswertung von Krankheitstagen und den Vergleich mit dem Firmendurchschnitt.

Sie finden ihn unter:

Planung → Berichte → Auswertung → Krankenstatistik

Der Bericht liefert eine Datengrundlage, deren Einordnung jedoch bei den Verantwortlichen bleibt. Wir sehen seinen Nutzen darin, Entwicklungen nachvollziehbarer zu machen und die Vorbereitung auf sensible Gespräche zu erleichtern. Eine Aussage über die Gründe einer Erkrankung oder eine automatische Handlungsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.

Transparenz bedeutet für uns dabei auch, den Beschäftigten verständlich zu erklären, wofür eine Auswertung genutzt wird. Individuelle Krankheitstage gehören in einen vertraulichen Rahmen; ein offenes Ranking im Team würde diesem Verständnis widersprechen. Der Umgang mit den Daten sollte auf Unterstützung und eine verantwortungsvolle Arbeitsorganisation ausgerichtet sein.

Denn am Ende zählt, was aus den Erkenntnissen entsteht: ein offenes Gespräch, eine konkrete Entlastung oder eine bessere Planung. Software kann die nötige Übersicht schaffen. Vertrauen entsteht durch den Umgang miteinander.

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Anlass für diesen Beitrag: Julia Beil, „Das hilft gegen auffällig häufige Krankmeldungen im Team“, Handelsblatt, 19. Februar 2026.

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Bildnachweis: MEP24 Software GmbH, CanvaPro
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Quellen:

https://www.handelsblatt.com/karriere/fuehrungskraefte-das-hilft-gegen-auffaellig-haeufige-krankmeldungen-im-team/100197584.html

https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/buero-co/wie-arbeitgeber-taktische-krankmeldungen-reduzieren-koennen-accg-110829273.html