Wie sieht es im Moment eigentlich bei uns hinter den Kulissen aus? Unsere Geschäftsführerin Simone Hufnagel (vor ihrer Hochzeit im Juni: Simone Gempke) hat Antworten auf grundlegende Fragen, die sich Führungskräfte nicht nur in einer Ausnahmesituation stellen sollten.

Simone Hufnagel,
Geschäftsführerin MEP24 Software GmbH
(Bild: privat)

Worauf kommt es für Führungskräfte in einer außergewöhnlichen Situation, wie wir sie in den letzten Monaten erleben, besonders an?

Als Geschäftsführerin sitze ich immer zwischen zwei Stühlen – ich bin Führungskraft, und gleichzeitig auch Mensch. In dieser Funktion muss ich ein Vorbild sein und Verhaltensregeln vorleben. Ich bin verpflichtet, mich zu informieren und zugleich Informationen an unsere Mitarbeiter weiterzugeben. Der beständige Informationsfluss ist eine Orientierung für alle Mitarbeiter. Nur so können wir transparent machen, wie wir mit unserer eigenen Firma im Moment dastehen.

Zum Glück ist derzeit kein Mitarbeiter der MEP24 Software GmbH von Kurzarbeit betroffen, das Tagesgeschäft läuft wie gewohnt weiter. Lediglich die Situation, fast ausschließlich im Homeoffice zu arbeiten, ist neu und ungewohnt. Hier fehlt uns „der Kaffeeklatsch in der Küche“ und die „kurze persönliche Information auf dem Flur“. Als Ausgleich dafür haben wir eine virtuelle gemeinsame Kaffeepause eingeführt: „10 um 10“. Das heißt wir treffen uns täglich um 10 Uhr für 10 Minuten in einer Videokonferenz mit allen Mitarbeitern. Hier kommen alle möglichen Themen auf, die nicht arbeitsplatzbezogen sind wie z. B. Rezepte, Kinder und Homeoffice und natürlich das Wetter. Dieser lockere Austausch hält das Team zusammen und stärkt das Wir-Gefühl.

Was raten Sie Ihren Mitarbeitern für die Arbeit im Homeoffice?

Zuerst einmal müssen die richtigen Strukturen für die Arbeit im Homeoffice geschaffen werden. So haben wir zum Beispiel unsere Mitarbeiter mit der notwendigen Technik für ihren Arbeitsplatz zu Hause ausgestattet. Ebenso ist es wichtig, sich räumlich und zeitlich einen festen Arbeitsplatz einzurichten. Dabei sollten feste Arbeits- und Pausenzeiten eingehalten werden, um im Kopf eine Grenze zwischen Arbeit und Freizeit zu ziehen. Wir von MEP24 bleiben mit unserer Kommunikationskultur, wie zum Beispiel regelmäßigen Teamkonferenzen per Telefon oder Video, unseren Ritualen des Arbeitsalltags auch im Homeoffice treu. Denn Routinen schaffen Sicherheit, nicht nur für die Mitarbeiter, sondern auch für die Verantwortlichen und Führungskräfte.

Das Vertrauen in unsere Mitarbeiter ist unverzichtbar für die Arbeit im Homeoffice. Da viele von uns zum Beispiel zeitgleich die Betreuung ihrer Kinder bewältigen müssen, zählt für uns vor allem das Ergebnis und nicht das Wann und Wo. Als Führungskraft tragen wir eine Fürsorgeverantwortung. Wir bieten Hilfe an und sind stolz darauf, dass unsere Mitarbeiter uns ebenfalls so viel Vertrauen entgegenbringen, um sich an uns zu wenden, wenn sie Probleme haben oder sich mit einer Situation überfordert fühlen.

Was nehmen Sie aus dieser Krisensituation mit?

In einer Situation, in der alle zusammen unter einer großen Belastung stehen, werden nicht nur schnell die Schwächen und Stärken von Teams deutlich, sondern auch Führungskräfte erfahren etwas über ihre eigenen Reserven und Grenzen. Mit diesen Erkenntnissen können wir Prozesse auf den Prüfstand stellen und noch weiter verbessern.

Und nicht zuletzt beinhalten Krisen auch immer neue Chancen. Denn eine gemeinsam gemeisterte Krise schafft enormes Vertrauen, was sich wieder positiv auf Arbeitsatmosphäre und Firmenkultur auswirkt. So lernen sich zum Beispiel Mitarbeiter, die in anderen Abteilungen arbeiten, trotz Homeoffice mit unserem Konzept „10 um 10“ besser kennen, da hier alle zusammenkommen. Im Büroalltag würde das nicht so einfach funktionieren.

Bildnachweis: MEP24 Software GmbH, privat; unsplash.com