Überstunden abbauen – wie wird korrekt gerechnet?

Immer wieder gibt es Diskussionen und Unstimmigkeiten über das richtige Vorgehen, wenn Überstunden abgebaut werden sollen. „Wie buche ich die Überstunden vom Zeitkonto ab?“, so oder ähnlich lauten die Anfragen bei unserem Support. „Der Mitarbeiter müsste heute 6 Std. arbeiten, er bleibt nun zuhause und wir buchen die 6 Std. einfach vom Zeitkonto ab?“ 

Diese Denk- und Vorgehensweise ist nicht ganz  korrekt. Es wird nirgends etwas abgebucht, wenn der Mitarbeiter nicht oder weniger als geplant arbeitet. Weniger oder keine Einsatzstunden werden „automatisch“ im Zeitkonto verrechnet. Einige Beispiele dazu, um dies zu verdeutlichen.

Wie und wo werden Überstunden abgebucht?

Ausgangssituation: Der Mitarbeiter arbeitet an 3 Tagen in der Woche, er hat einen Vertrag von 21:00 Std. pro Woche. Der Einsatzplan beträgt exakt 21:00 Std. pro Woche, er erfüllt also wöchentlich seine vertraglich vereinbarten 21:00 Std. Aus der Vergangenheit („Zeitkonto kumuliert“) hat er 10:00 Überstunden.

Der Mitarbeiter soll nun in der nächsten Woche am Donnerstag nicht arbeiten, um Überstunden abzubauen. Wird sein Zeitkonto also um 7:00 Std. geringer werden?

Ja, sein Zeitkonto reduziert sich um exakt 7:00 Std., weil er ja am Montag und am Dienstag wie geplant 8:00 und 6:00 Std. arbeitet. Die Arbeitszeit dieser Woche sind 14:00 Std., also 7:00 Std. weniger als vertraglich vereinbart.

Vorstellbar ist aber auch folgende Situation:

Obwohl der Mitarbeiter am Donnerstag nicht arbeitet, also „0:00 Std.“ hat, erhöht sich sein Zeitkonto um 1 Std.: Weil er am Montag 1:00 Std. und am Dienstag 4:00 Std. länger und am Mittwoch noch zusätzlich 3:00 Std. arbeitet. Er kommt also trotz freiem Donnerstag auf 22:00 Wochenstunden, also 1:00 Std. mehr als vertraglich vereinbart.

Fazit und Regel zum „Überstunden abbauen“

  1. Wenn ein Mitarbeiter Überstunden abbauen soll, dann ist nichts im Zeitkonto zu buchen bzw. abzuziehen. 
  2. Der Mitarbeiter arbeitet weniger als geplant oder bleibt den ganzen Tag zuhause. Genau dies tragen Sie im Arbeitsplan ein: 4:00 anstatt 8:00 Std. am Montag (der Mitarbeiter arbeitet also weniger), 0:00 Std. am Donnerstag, der Mitarbeiter arbeitet den ganzen Tag nicht. 
  3. Das Zeitkonto errechnet sich automatisch am Ende der Woche. Dann ist entscheidend, wie die tatsächliche Arbeitszeit an allen Tagen der Woche war.
  4. Das Zeitkonto ist immer ein Wochenkonto, deshalb kann man erst am Ende der Woche feststellen, ob es im Laufe der Woche zu Mehr- oder Minderstunden (immer im Vergleich zum Arbeitsvertag) gekommen ist.

Benötigen Sie Unterstützung?

Jederzeit steht Ihnen das Team von MEP24 für eine umfassende Beratung beim Thema „Überstunden abbauen“ zur Seite. Beschreiben Sie uns Ihre „Überstunden-abbauen-Situation“, Sie erhalten eine fachkundige Antwort. Sie erreichen uns per E-Mail MEP24 Support oder rufen Sie uns an unter: +49 6220 30799-20.

By |2018-06-10T22:40:35+00:0016. 04. 2018|Tipps zur Einsatzplanung|